J, A, I und B enthaftet!

Am heutigen Vormittag wurden vier antikapitalistische Aktivist_innen nach fast siebenwöchiger Untersuchungshaft aus der JVA Josefstadt entlassen. Mit dem Vorwurf, am 27. Juni Mülltonnen vor der AMS Filiale in der Reederergasse angezündet zu haben, wurden drei der vier Student_innen seit dem 6. Juli in Untersuchungshaft gehalten. Die weitere Festnahme einer vierten Aktivistin am 19. Juli geschah unter Androhung eines internationalen Haftbefehls.

Wir freuen uns mit den Betroffenen darüber, dass die unangemessene und ungerechtfertigte Untersuchungshaft endlich beendet wurde. “Die Staatsanwaltschaft Wien und das Landesamt für Verfassungsschutz und
Terrorismusbekämpfung haben gezeigt, wie sie mit gesellschaftskritischen Menschen verfahren.”, meint Monika Novak, Pressesprecherin der Solidaritätsgruppe “Fight Repression 2010″. Die lange Dauer der Untersuchungshaft diente vor allem der Erpressung von Aussagen über eine vermeintlich extremistische Szene. Damit wurden die vier Aktivist_innen für ihre kritische Einstellung in Gesinnungshaft genommen, während linke, gesellschaftskritische Menschen pauschal kriminalisiert werden.

Nach wie vor konnten weder die Anwältin der Beschuldigten noch sie
selbst, volle Akteneinsicht in die ihnen vorgeworfene Strafsache nehmen. Während der Untersuchungshaft wurde das Besuchsrecht massiv eingeschränkt.

Neben den vier durchsuchten Privatwohnungen, wurde auch das Vereinslokal Kaleidoskop von der Polizei aufgebrochen und durchsucht. In allen Fällen wurden Gegenstände, vor allem Computer, beschlagnahmt. “Die Hausdurchsuchung im Vereinslokal Kaleidoskop verstärkt die Vermutung, dass es massiv um die Sammlung von Daten über Aktivist_innen geht.” , so Monika Novak abschliessend.

Wir fordern weiterhin die Einstellung aller Verfahren und das Löschen aller “Ermittlungsergebnisse”.

Stellungnahme einer von der Repression betroffenen WG

Gestern wurde folgender Text auf at.indymedia.org gepostet:

Vor einigen Tagen ist bekannt geworden, dass innerhalb der letzten Monate unsere WG in Wien 15 von LVT (Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus) und Polizei observiert wurde. Dies geschah im Zuge umfangreicher Ermittlungen im erweiterten Umfeld der sich in U-Haft befindlichen Personen.

Es ist zu mindestens einer dokumentierten inhaltlichen Telefonüberwachung und zu Aufnahmen des Hauses gekommen.

Klarerweise ist es uns wichtig, im alltäglichen Zusammenleben einen antisexistischen, antirassistischen und antiautoritären Umgang miteinander zu realisieren. Dennoch sind wir eine heterogene Gruppe von Menschen, die in verschiedensten politischen und sozialen Zusammenhängen aktiv sind und auch bleiben.

Gerade die Repression zeigt uns, wie wichtig kritische politische Arbeit ist!

Continue reading ‘Stellungnahme einer von der Repression betroffenen WG’

DEMO – FREIHEIT FÜR J.A.I.B.!

Im Zuge der Ermittlungen im Zusammenhang mit brennenden Mistkübeln vor einem AMS wurden am 6.7.2010 3 AktivistInnen verhaftet. Zwei Wochen später wurde eine weitere Aktivistin verhaftet. Die 4 AktivistInnen sitzen seitdem in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Josefstadt.

Am Montag, den 23. August, findet die nächste Haftprüfung statt, bei der entschieden wird, ob die U-Haft um weitere zwei Monate verlängert wird.
Am Sonntag um 18uhr treffen wir uns bei der Rossauer Lände zu einer angemeldeten Demonstration, um unserer Wut Ausdruck zu verleihen und Solidarität zu zeigen.

WIR FORDERN DIE SOFORTIGE FREILASSUNG ALLER GEFANGENEN UND DIE SOFORTIGE EINSTELLUNG ALLER VERFAHREN!!

Treffpunkt: Rossauer Lände
Sonntag 22.8., 18uhr

Offenes Soligruppentreffen am 17.8 um 18 Uhr in der i:da

Solidaritätsarbeit braucht Menschen. Seit über einem Monat sitzen 4 Personen in Haft und brauchen dringend unsere Unterstützung. Es müssen Mieten gezahlt werden, Anwält_innen Kosten müssen gedeckt werden und Süßigkeiten für die Inhaftierten sollten auch noch drinnen sein ;) .
Solidaritätsarbeit ist jedoch mehr als nur Geld auftreiben – Demos und Partys organisieren sich nicht von alleine und Flyer schreiben und drucken sich leider auch nicht von selbst. Luftballone müssen aufgeblasen werden, Buttons und Patches sollten gedruckt werden und noch vieles vieles mehr…

Alle diese Arbeiten sind sehr zeitintensiv. Deswegen wollen wir zu einem offenen Treffen einladen, um neuen Leuten die Chance zu geben, sich einzubringen und die Soliarbeit auf eine breitere Basis zu stellen.
Denn getroffen hat es wenige, gemeint sind wir alle!

Das offene Soligruppentreffen wird am Dienstag, den 17.8. um 18:00 im Medienraum der i:da stattfinden.

Antirepressionsgeburtstagsdemo am 16.8

Auch im Hefen geht das Leben weiter und Menschen haben Geburtstag. Obwohl wir alle wenig Wert auf diese Special Days legen, ist es eine gute Gelegenheit den Menschen drinnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und eine breite solidarische Bewegung für sie da ist.

Wir begehen deswegen am Montag, den 16.8. um 19:00 vorm Landl den Geburtstag von einer inhaftierten Person in Form einer Demo um den Knast und gemütlichem Kuchenessen danach vor dem Knast.

Wann: 16.8.2010 um 19 Uhr
Wo: Landesgerichtsstrasse 11, Wien

Offener Brief von I (29./30.7)

Wien, 29.7.2010
Liebe Alle,

leider habe ich noch keinen einzigen Brief erhalten, scheint etwas länger zu dauern. Ich hoffe, dass ihr schon Briefe von mir erhalten habt. Danke für das überwiesene Geld und das Zugangspaket, besonders die Unterhosen sind super trashig. Mittlerweile habe ich mich an alles „gewöhnt“, sofern es möglich ist. Ich bin hier gut aufgehoben und verstehe mich ausgezeichnet mit meinen Mitinsassinnen, auch wenn hin und wieder Sprachbarrieren bestehen, aber diese können meistens ohne Probleme überwunden werden.
Continue reading ‘Offener Brief von I (29./30.7)’

Massive Einschränkung des Besuchsrechts!

Seit 6. Juli 2010 sitzen drei AktivistInnen in Untersuchungshaft in der
Justizanstalt Josefstadt – als Begründung für die U-Haft müssen
Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr herhalten. Gleiches gilt auch für die vierte Betroffene, gegen die am 19. Juli 2010 nach einem Verhör beim Landesamt für Verfassungsschutz ebenfalls U-Haft verhängt wurde.

Normalerweise haben sogenannte „U-Häftlinge“ das Recht auf zwei Besuche in der Woche von je einer halben Stunde.
Continue reading ‘Massive Einschränkung des Besuchsrechts!’

Offener Brief aus dem Knast

Die Justizvollzugsanstalt Wien Josefstadt (und vermutlich auch vergleichbare Institutionen) ist voll von, der österreichische Staat würde sagen, nicht Österreicher_innen oder Ausländer_innen, wir würden sie eher als politisch Verfolgte und rassistisch Unterdrückte bezeichnen. Menschen, die in der elitären Gesellschaft Wiens / Österreichs / Europas nicht erwünscht sind. Die falsche Staatsbürger_innenschaft, zu wenig Kapital um der Wirtschaft nützlich zu sein, falsche Interessen, zu viel Karlsplatz.

Continue reading ‘Offener Brief aus dem Knast’

U-Haft Prüfung: Aktivist_innen weiterhin Repression augesetzt

Wien (OTS) – Am 6. Juli 2010 fanden in Wien mehrere Hausdurchsuchungen und Verhaftungen statt. Begründet wurden diese mit Ermittlungen in Zusammenhang mit einem Mülltonnenbrand vor einer AMS-Filiale in Wien Ende Juni. Neben drei Wohnungen wurden auch im Vereinslokal “Kaleidoskop” Türen aufgebrochen und Gegenstände beschlagnahmt, ohne dass die Betreiber_innen darüber informiert wurden. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden 3 Personen verhaftet, welche sich seither in Untersuchungshaft befinden. Die Anwältin der Inhaftierten, Dr. Anja Oberkofler, hat kein Verständnis für die eingesetzten Mittel: “Meines Erachtens besteht kein dringender Tatverdacht, daher auch kein Grund für eine Untersuchungshaft.”

Im Zuge derselben Ermittlungen wurde am 19. Juli eine 4. Person vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung aufgefordert, zu einem Termin (ohne schriftliche Ladung) zu kommen und mit einem internationalen Haftbefehl bedroht. Am 20. Juli erschien die Person beim LVT, wurde verhaftet und sitzt seither in U-Haft. In ihrer Abwesenheit wurde die Wohnung durchsucht.

Am Freitag, 23. Juli, fand für 3 der 4 Gefangenen die zweite Haftprüfung statt. Die U-Haft wurde bis auf weiteres verlängert. Am 6. August findet die Haftprüfung für die vierte Person statt – es wird auch hier Verlängerung erwartet. Das bedeutet aufgrund der mangelhaften vegetarischen Ernährung nicht zuletzt eine Verschlechterung der Gesundheit mancher der Gefangenen.

Der Anwältin sowie den Beschuldigten wurde erst kürzlich eine erste Akteneinsicht gewährt. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, selbst die Anklage ist noch unbekannt. Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Wien möchte jedoch nicht ausschließen, dass die Ermittlungen in Richtung §§278ff laufen könnten.

Auch die Beweisführung weist Unklarheiten auf, so meint der Obmann des Vereins KuKuMa (Netzwerk für Kunst Kultur und Medien Alternativen), Willi Hejda, dessen Teil das Vereinslokal Kaleidoskop ist: „Die einzige Parallele zwischen den Vorfällen beim AMS und uns ist die örtliche Nähe von 160m.“

Wir fordern die sofortige Freilassung der vier Inhaftierten, sowie die Einstellung aller Verfahren und das Löschen aller “Ermittlungsergebnisse”.

Rückfragehinweis:

Monika Novak                                                                                                                       presse-fr2010@lnxnt.org                                                       http://fightrepression2010.lnxnt.org

Soligruppe Fight Repression

Link zur OTS Meldung: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100805_OTS0102/u-haft-pruefung-aktivistinnen-weiterhin-repression-augesetzt

Statement verschiedenster Freiräume, Vereine und Projekte zur stetig steigender Repression

Am Nachmittag des 06.07.2010 wurde gegen 16.00 Uhr das Schloss des Vereinslokals Kaleidoskop in der Schönbrunnerstraße 91, 1050 Wien, von der Polizei aufgebrochen und die Tür eingetreten. Zahlreiche – teilweise private – Gegenstände wie Computer, Festplatten, Workshopmaterialien, sowie der Tresor inklusive der darin befindlichen Handkassen und Dokumente wurden mitgenommen, sowie weiterer Sachschaden angerichtet. Der Verein wurde von dem Einbruch der Exekutive nicht informiert. Um ca. 18.00 Uhr fand eine Nutzerin des Freiraums die Räumlichkeiten von der Feuerwehr verschlossen vor. Erst im Laufe des Abends konnte der Schaden begutachtet werden.

Offizielle Begründung für die Hausdurchsuchung ist laut Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) der Verdacht, dass das Vereinslokal Vorbereitungs-, Lager-, sowie Ausgangsort einer gegen das Arbeitsmarktservice und deren ausbeuterische Politik gerichteten, symbolischen Aktion gewesen wäre. Offensichtlicher Grund scheint jedoch ausschließlich die örtliche Nähe des Vereinslokals.

Continue reading ‘Statement verschiedenster Freiräume, Vereine und Projekte zur stetig steigender Repression’